Marion Rosen

Marion2Marion Rosen wurde am 24. Juni 1914 in Nürnberg geboren und starb am 18. Januar 2012 in Berkeley/Kalifornien. Sie lernte physikalische Therapie. Noch ehe sie 20 wurde, brachte ihre Mutter sie mit Lucy und Gustav Heyer in Verbindung. Beide arbeiteten damals in München. Hauptanliegen war, die Atemarbeit in die Psychotherapie zu integrieren. Marion Rosen arbeitete als Volontärin zwei Jahre lang mit Lucy Heyer; diese bezeichnete sie als ihre begabteste Schülerin.

Während der NS-Zeit mußte Marion Rosens Familie wegen ihrer jüdischen Abstammung Deutschland verlassen. Marion Rosen ging mit ihrer Schwester nach Schweden und wartete dort auf ihr amerikanisches Visum.

Mit einem Empfehlungsschreiben von Lucy Heyer suchte sie eine Tätigkeit und beschloß, eine Ausbildung als Krankengymnastin zu machen. Nach Erhalt ihres Visums ging sie nach Berkeley und war dort als Krankengymnastin in einem Krankenhaus tätig. Sie verwendete hier das bei Lucy Heyer Erlernte.

Mehr und mehr begann der Atem in den Vordergrund ihrer Arbeit zu rücken und sie beobachtete bei den Klienten, wie das Erleben ihrer Gefühle eine direkte Auswirkung auf ihr Atemmuster hatte. Oft stellte sie während einer Behandlung Fragen, sagte, was sie im Körper sah und mit ihren Händen spürte. Die Klienten redeten mit ihr über ihre Gefühle, über Kindheitserinnerungen über ihre Probleme in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie bemerkte, daß die Muskulatur sich löste, sobald der Klient tiefe Emotionen äußerte. Seine Entscheidung nicht fühlen zu wollen, führte dazu, sich zu verspannen und festzuhalten, was schließlich im Laufe der Zeit zu einer chronischen Verspannung wurde. Diese Barrieren können zu Überlebensmechanismen werden und den Menschen davon abhalten, sein Leben spontan – der inneren Stimme folgend – zu leben.

Marion Rosen arbeitete 25 Jahre lang im Krankenhaus. Später begann sie, ihre Methode an Studenten weiterzugeben. Somit wurde das Fundament für das „Rosen Institute“ gelegt.

Schon bald wurde die Rosen-Methode auch in Skandinavien bekannt und breitete sich dort immer weiter aus. Außer in Deutschland gibt es inzwischen auch in der Schweiz, in Frankreich und in Russland Schulen und Praktizierende der Rosen-Methode. Marion Rosen kam mehrmals im Jahr nach Europa um ihre Arbeit hier zu lehren. Es war ihr ein Anliegen, ihre Methode zurück nach Deutschland zu bringen.

„Wenn du das hervorbringst, was in dir ist,
Wird dich das, was du hervorbringst, retten.
Wenn du nicht hervorbringst, was in dir ist,
Wird dich das, was du nicht hervorbringst, zerstören.
(Jesus, im Thomas Evangelium)

Diese Weisheit aus der Gnosis ist das Motto von Marion Rosens Arbeit, das sich etwa so interpretieren läßt: Was wir mit unseren Muskelverspannungen „wegstecken“, arbeitet gegen uns und ruft Begrenzung und Krankheit hervor. Verleihen wir dem was „in uns ist“ jedoch Ausdruck, so bringt es uns Heil.

Juliane Maria Knoop